Rohfütterung (Barfen)

Knochen-Mahlzeit Knochen-Mahlzeit
So sieht eine Mittagsmahlzeit aus. So sieht eine Mittagsmahlzeit aus.

Barf, was ist das?

Biologisch Artgerechte Rohfütterung

 

Wie sind wir zum Barfen gekommen?

Im Gespräch mit Beagle-Züchtern berichteten wir (schon lange, bevor Donna bei uns einzog), dass wir einen Bauernhof haben und Rindfleisch selbst vermarkten. "Na, dann könnt Ihr doch barfen!", hieß es. Nach einiger Recherche war uns schnell klar, dass wir unserem Hund gesundes Futter anbieten wollen. Und das Beste ist dann - davon sind wir überzeugt - die Rohfütterung. Also: Der nächste Bulle, der zum Landschlachter ging, landete zum Teil (Pansen, Knochen, Kopffleisch) in unserer Donna-Futter-Tiefkühltruhe. Diese Entscheidung haben wir NIE bereut. Wer das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" gelesen hat, weiß, was wir meinen.  Auch beim genauen Studieren der Liste der Inhaltstoffe von Trockenfutter wird einem klar, was für unnützes "Zeug" dort verarbeitet wird. Wir könnten NIE guten Gewissens Trofu füttern.

 

 

So läuft das bei uns:

Kurz nachdem Donna bei uns eingezogen ist, haben wir begonnen, sie mit Rohem zu füttern. Auf dem Speiseplan stehen Rindfleisch, Geflügel, Fisch, Pansen, Hühner- und Putenherz, Leber, Hühnermägen und natürlich Gemüse wie Karotten, Fenchel, Zucchini, Sellerie sowie Obst (Bananen, Äpfel) und Kräuter plus Öl (Raps-, Lein-, Distel, VD-Öl,  Lebertran). Dazu kommen Knochen von Rind, Lamm sowie Hühner- und Putenhälse. Alles ist roh, das heißt nicht gekocht, gedünstet oder anders behandelt. Wir haben nur gute Erfahrungen mit dieser Art der Fütterung gemacht. Donna hat bislang alles weggeputzt, hat keine Probleme mit der Verdauung, sieht bestens aus, ihre Zähne sind klasse und sie hat eine Kondition wie ein Marathonläufer. So mancher Trofu-Hund bleibt da beim Spielen auf der Strecke :-). Obwohl unsere Tierärztin dem Barfen kritisch gegenüber steht, kann sie bei jedem (seltenen) Besuch nur ein hervorragendes Gesundheitszeugnis ausstellen. Auch mit Darmparasiten haben wir keinerlei Probleme, regelmäßig geben wir eine Kotprobe zur Untersuchung ab.

Gerade bei einem Welpen ist das genaue Aufstellen eines Futterplanes wichtig, da die Versorgung mit genügend Kalzium der Grundstein für ein langes Hundeleben ist. Wenn man sich etwas eingelesen hat, ist das Erstellen des Planes eine Sache von fünf Minuten.

 

Futterplan:

Gaaanz einfach, wirklich! Die Futtermenge richtet sich nach dem Gewicht des Hunde und seinem Alter. Welpen erhalten vier bis zehn Prozent des Körpergewichts (wir haben so 6% gegeben), Junghunde vier bis fünf Prozent (wir geben 5%), erwachsene Hunde zwei bis drei Prozent Futter pro Tag. Beispiel: Der sieben Monate alte Hund wiegt zehn Kilo, erhält demnach 500 Gramm Futter/Tag (bei 5%). Diese Menge teilt sich auf in Gemüse/Obst (20%) und tierische Erzeugnisse (80%). Das bedeutet von den 500 Gramm sind 100 Gramm Gemüse/Obst. Die restlichen 400 Gramm bestehen aus Muskelfleisch (50%), Pansen (20%), Innereien (15%) und Knochen/Hühnerhälse (15%) = 200 Gramm Muskelfleisch, 80 Gramm Pansen, 60 Gramm Innereien und 60 Gramm Knochen. So setzt sich die Tagesportion zusammen.  

 

Kalzium!

Aufpassen muss man - besonders beim Welpen und Junghund - auf die Kalzium-Menge, die der Hund erhält und auch für den Knochenbau braucht. Ein Junghund im Alter von sieben bis zwölf Monaten benötigt 130 mg  Kalzium pro Kilogramm Körpergewicht. Ab einem Jahr wird der Hund futtertechnisch als ausgewachsen angesehen. Dann braucht er nur noch 80 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Entscheidend ist die Menge an Knochen, die man dem Hund gibt. Zum Beispiel haben 100 g Hühnerhälse 1,2 g Kalzium. Dann muss man nur noch rechnen und die fehlende Kalziummenge mit Eierschale ausgleichen.  Ein Teelöffel Eierschale sind etwa 1,6 bis 1,8 g Kalzium. Auch zuviel Kalzium ist schlecht für den Hund, da sich der Überschuss in den Gelenken ablagert und nicht abgebaut werden kann.

 

Gemüse/Obst:

Wir füttern Karotten, Zucchini, Staudensellerie, Rote Bete, Kürbis,  Salat, Gurke und Fenchel. Dazu Obst wie Banane, Apfel, Birne, Orange, Ananas(-saft), Erdbeeren, Himbeeren, Kiwi und Nektarine. Alles püriert oder wenigstens ordentlich zerkleinert und mit einem Schuss Öl.

 

Fleisch:

Wir füttern Rindfleisch (Kopffleisch), Huhn und Pute (Filet) sowie (Ostsee-)Fisch. Geflügel kaufen wir zum Beispiel beim Discounter in der Frischeabteilung, also Fleisch für den menschlichen Verzehr. Durch Zufall "erwischten" wir in einem Frischfuttergeschäft für Hunde ein Paket Geflügel - igitt! Das ist wirklich ein Abfallprodukt. Da geben wir lieber etwas mehr Geld aus und kaufen "Menschen"-Fleisch.  Das Rindfleisch besorgen wir uns - wenn wir nicht selbst geschlachtet haben - von unserem Schlachter Busack in Wakendorf. Da wissen wir, woher es kommt. Zudem ist die Qualität 1a.

 

Innereien:

Auf unserem Futterplan stehen Pansen, Leber, Hühnermägen sowie Herzen von Huhn und Pute. Alles wird entweder beim Schlachter oder auf dem Wochenmarkt besorgt.

 

Knochen:

Lammknochen sind der absolute Renner. Sie sind weich und gut wegzuknabbern. Etwas mehr Arbeit sind die Rinderknochen, die auch in der Donna-Tiefkühltruhe liegen. Da bleiben meist blanke Knochenstücke über. Hühner- und Putenhälse findet Donna gut, mit denen hat sie allerdings nicht lange zu tun. Durchbeißen, runter, fertig! Keine Angst übrigens vor Knochen: Wenn sie unbehandelt sind, splittern sie nicht! NIEMALS gekochte, gebratene oder gegarte Knochen füttern! Dann wird es tatsächlich gefährlich.

 

Öl:

Zurzeit haben wir fünf verschiedene Öle in Gebrauch: Rapsöl, Distelöl, Leinöl, Kokosöl sowie Vitaderm-Öl. Wir hatten auch schon Hanföl. Auch Lebertran kommt ab und zu übers Futter.

 

Kräuter:

Im Sommer ist - dank unseres Kräuterbeetes - die Auswahl größer. Da gibt es Petersilie, Zitronenmelisse, Liebstöckel, Minze und allerhand mehr. Für den Winter haben wir eine Kräutermischung bei Pahema gekauft.

 

Zusätzlich:

Fürs gute Fell geben wir Bierhefe und eine spezielle Kräutermischung über die Morgenmahlzeit. Auch Propolis (Kittharz der Bienen) gibt es jeden Tag (eine Messerspitze). Soll ein Allheilmittel sein. Pro Woche geben wir Donna ein Eigelb samt Schale.

 

Kauartikel:

Unsere Erfahrungen mit Schweineohren und so weiter sind sehr schlecht. Donna bricht die ganze Nacht, wenn sie so etwas am Tag verputzt hat. Lediglich getrocknete  Sprotten kann sie gut ab.

 

Leckerli:

Tja, ein leidiges Thema unter Rohfütterern. Im normalen Geschäft sind nur Leckerlis mit einem hohen Getreideanteil zu finden. Wir haben eine Internetquelle für Barfer-Leckereien gefunden: www.dakis-hundekekse.de. Die Kekse findet Donna gut. Und der Preis stimmt auch. Lieferung erfolgt schnell und unkompliziert.

 

Zum Schluss: Igitt? Nee!

Man kann den täglichen Umgang mit Fleischteilen, Rindermägen, Hühnerherzen und Putenhälsen eklig finden. Ich habe mir auch vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, so etwas in die Finger zu bekommen. ABER sooo schlimm ist das auch nicht. Wir achten sehr auf Qualität, daher kaufen wir das Fleisch für Donna beim Schlachter unseres Vertrauens (Landschlachterei Busack, Wakendorf). Wenn das Fleisch frisch ist, riecht es nicht. Nun gut, vier Tage alter Pansen hat einen intensiven Geruch... aber Donna LIEBT es. Und was will man: Einen gesunden Hund, der mit Freude seine Portionen isst, oder einen trägen und aufgedunsenen Hund, der zwar sein Futter wie ein Drogensüchtiger seinen Stoff inhaliert, aber möglicherweise krank davon wird (Krebs, Allergien, usw,)?

 

Wir alle lieben unsere Vierbeiner - darum sollten wir ihnen auch das beste Futter geben, das wir kriegen können!

 

Literaturtipps:

 

"Katzen würden Mäuse kaufen - Schwarzbuch Tierfutter" von Hans-Ulrich Grimm, Deuticke-Verlag

 

"Barf" von Swanie Simon, Verlag Drei Hunde Nacht

 

"Natural Dog Food - Rohfütterung für Hunde, ein praktischer Leitfaden" von Susanne Reinerth, Books on Demand Verlag

 

"Barf Junior - Artgerechte Rohernährung für Welpen und Junghunde" von S.L. Schäfer und B.R. Messika, Kynos-Verlag

 

"Barf - Artgerechte Rohernährung für Hunde" von S.L. Schäfer und B.R. Messika, Kynos-Verlag